An den Élysée-Vertrag, das Symbol deutsch-französischer Freundschaft, erinnerten Valérie Gammal und Esther Rotermund als Verantwortliche des diesjährigen deutsch-französischen Lesewettbewerbs, der, wie immer am letzten Januarwochenende, in diesem Jahr zum ersten Mal in der Bischöflichen Realschule ausgetragen wurde. Schulleiterin Claudia Tennstedt betonte die Bedeutung lebenslanger Lektüre, einer „Lektüre zum Vergnügen, die sich von der Alltagslektüre unterscheidet“. „Sprache verbindet –“, hob Bürgermeister Axel Linke im Hinblick auf die deutsch-französische Aussöhnung hervor und lobte den großen Wert, den der ehrenamtliche Austausch zwischen Warendorf und seinen Partnerstädten Barentin und Pavilly seit über fünfzig Jahren ausmacht. Auch der Lesewettbewerb wird seit vielen Jahren durch Maria Kunstleve, die Geschäftsführerin des Vorstandes der Deutsch-französischen Gesellschaft Warendorf, hervorragend betreut und von vielen Mitwirkenden mit großem Einsatz getragen. Im jährlichen Wechsel fahren die Partner für ein Wochenende einmal nach Warendorf oder nach Barentin und Pavilly, um den Schülerinnen und Schülern der französischen und deutschen Schulen Gelegenheit zum fremdsprachigen Lesen vor Publikum zu geben.

Kelly Lallemand, Schülerin des Collège Catherine Bernard, hat sich lange genug vorbereitet, um die vor ihr liegenden Sätze in deutscher Sprache lesen zu können. Mithilfe ihrer Gastfamilie überprüft sie ein letztes Mal Aussprache und Lesefluss. Als sie zum Vortrag nach vorn gerufen wird, ist ihr Lampenfieber zu spüren. Als sie ihren Vortrag beendet hat, applaudieren die Zuhörer herzlich, und auch die dreiköpfige Jury der deutschen Seite lässt Zustimmung erkennen. „Ich bin rot geworden!“, sagt die Vierzehnjährige auf Deutsch und gut verständlich. Jeder Teilnehmer bekam die Aufgabe, einen selbst ausgewählten Text und in der zweiten Runde einen unbekannten Text zu lesen. Dreizehn Teilnehmer von der französischen Seite trafen in diesem Jahr auf fünfzehn Teilnehmer von der deutschen Seite, aus der Bischöflichen Realschule, der Gesamtschule, dem Gymnasium Laurentianum und dem Mariengymnasium. Erste Preise erhielten Chloé Didier und Prunelle Lenne vom Collège André Marie in Barentin, Paulina Lütke Wienker von der Bischöflichen Realschule und Charlotte Paul vom Mariengymnasium. Doch nicht nur der Wettbewerbsgedanke zählte. Durch das private Zusammensein in den Gastfamilien und auch das abendliche Tanzvergnügen in der Realschule, unter anderem gefördert durch einen Schnellkursus im Tanzen, wurde das Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis, bei dem viele neue Kontakte schlossen.

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