Vorstellung des Sozialporojekts “Nosso Lar”

Hunger, Tod, Dürre, Drogen, Landflucht, Korruption, aber auch Hoffnung – Um all dies ging es bei einem eindrücklichen Theaterprojekt am Freitagmorgen in der Bischöflichen Realschule. Die Akteure: Elf Kinder und Jugendliche des Sozialprojekts „Nosso Lar“ aus dem Nordosten Brasiliens. „Nosso Lar heißt: Unser Zuhause“, erklärt Udo Lohoff den 250 Schülern aus den siebten bis neunten Klassen. Lohoff leitet den Aktionskreis Pater Beda, der 25 Partnerprojekte in Brasilien betreut und seinen Namen nach dem unermüdlichen und kürzlich verstorbenen Franziskanerpater Beda trägt. „Wir wollen zeigen, dass es lohnt, sich für mehr Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen“, nennt Lohoff das Ziel des Projekts und erläutert den Schülern einige Basisdaten: „Zwar hat Brasilien nur gut doppelt so viele Einwohner wie Deutschland, aber es ist 24 mal so groß!“ Brasilien sei tief gespalten in Arm und Reich, die Hälfte der Brasilianer könne nicht an der Entwicklung des Landes teilhaben, erklärt Lohoff und weiß: „Wer in die falsche Hälfte hineingeboren wird, kommt sein Leben lang dort nicht wieder heraus – es sei denn ,es kommt Hilfe von außen.“ Diese Hilfe möchte das Pater-Beda-Projekt ermöglichen. Nosso Lar ergänzt die Schule und hilft den Familien und Kindern, ihr Leben selbst zu gestalten. Bei Nosso Lar gibt es viele Bildungsprojekte, aber auch etwas zu essen und das Gefühl, ein Zuhause zu finden.
Ein weiterer Baustein ist das selbst erarbeitete Theaterprojekt, mit dem die Akteure die Schüler und Lehrer an der BRS in ihre eigene Welt holen. Mit immer wieder verschiedenen Kostümen und Requisiten spielen, tanzen und singen die elf Mädchen und Jungen so anrührend, dass manche Augen feucht werden. Die Ausweglosigkeit der Situation der armen Landbevölkerung, aber auch die der Straßenkinder in den Großstädten werden überdeutlich. „Und es ist eigentlich kein Spiel, sondern das wirkliche Leben dieser jungen Brasilianer“, erläutert Lohoff zwischen den beiden Theaterstücken.

Zum Glück gibt es am Ende des Spiels ein kleines Happy-End: Die Akteure bauen einen Baum der Hoffnung, der durch das Sozialprojekt gewachsen ist, und lassen Schüler und Lehrer aus dem Publikum Blätter an den Baum heften.

Ein großer Applaus der Schüler zeigt den jungen Brasilianern, dass ihr Baum der Hoffnung auch an der BRS Früchte trägt . Zu den Beifall Klatschenden gehört auch Gabi Berheide, Ansprechpartnerin aus Warendorf für das Pater-Beda-Projekt. Berheide freut sich sichtlich, Partner aus Brasilien wiederzutreffen und erleben zu dürfen, was die Gruppe Nosso Lar nach vielmonatigen Proben auf die Beine gestellt hat. „Es ist ein ganz besonderes Erlebnis für die Kinder und Jugendlichen, dass sie mit ihrem Projekt fünf Wochen hier in Deutschland sein können.“ Hélio Alves ist zusammen mit einer Partnerin Motor des Sozialprojekts im Nordosten Brasiliens. Alves bedankt sich aufrichtig für die Anteilnahme der Schüler und resümiert auf Deutsch seine Eindrücke: „Deutschland ist ein schönes Land, viel Grün, viel Regen, sauber, mit der besten Fußballmannschaft der Welt und was für uns wichtig ist: mit Solidarität.“ Auf letztes dürfen er und seine Mitstreiter bauen, denn die Bischöfliche Realschule wird ab sofort Projektpartner des Aktionskreises Pater Beda.

Der Baum der Hoffnung

Flucht in die Drogenwelt

Not der Lanbevölkerung

Und auch die Stadt bietet keinen Ausweg!

2016-12-12T08:56:35+00:00 27. Juni 2016|